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Gehirntraining
 

Wie Sie sich selber zum lernen motivieren

Unter Motivation versteht man den Grund, warum ein Lebewesen aktiv wird. Die Motive sind die Antriebskräfte seines Verhaltens. Und je stärker das Motiv, desto besser die Leistung

Öffnen/Schließen Bedürfnisse

Unter Motivation versteht man den Grund, warum ein Lebewesen aktiv wird. Die Motive sind die Antriebskräfte seines Verhaltens. Und je stärker das Motiv, desto besser die Leistung

Man lern aus Neugier, schon als Kind sind wir auf Entdeckungsreise gegangen und wollten alles um uns herum begreifen. Später kam die Zeit der tausend Fragen, die manche Mutter auf die Geduldsprobe stellte. Fragen sind für unsere Entwicklung von großer Bedeutung. Ohne sie wäre Forschung nicht möglich. Wir lernen fragend, beseitigen damit Unklarheiten und gewinnen neue Einblicke in unbekannte Gebiete. Gleichzeitig gewinnen wir die Fähigkeit Probleme zu lösen.

Für die Arbeits- und Lernmotivation reicht die Neugier als sachbezogenes Motiv aber nicht aus, um ständig "am Ball" zu bleiben. Denn im Laufe unseres Schullebens erfahren wir auch einen Abstumpfungsprozess: durch feste Lehrpläne, Reglementierungen und den Druck des Notensystems. Lernen und Erfahren werden so vom Bedürfnis zu einer mehr oder weniger unangenehmen Pflicht.

Und dennoch entschließen sich nicht wenige für eine umfassende, manchmal zeitaufwendige Aus- und Weiterbildung. Welche Antriebskräfte steuern diese Entscheidungen? Fragen Sie sich zum Beispiel, welche Rolle Geltungsbedürfnis und Anerkennung spielen.
  • Welche Bedeutung hat dabei das soziale Umfeld: Familie, Freunde, Kommilitonen?
  • Was bedeutet Sicherheit, Unabhängigkeit?
  • Welchen Status möchten Sie erreichen, welche Zukunftsperspektiven stellen Sie sich vor?
  • Was bedeutet Karriere für Sie?
  • Welchen Platz möchten Sie in dieser Gesellschaft einnehmen usw.
Aber auch so banal klingende Bedürfnisse wie Spaß haben, mit netten Leuten zusammen sein oder genug Geld zu haben sind schon Motor, ganz bestimmte Dinge zu tun oder zu lassen. Ins Kino oder Essen gehen wollen, lieber schlafen statt pauken sind willkommene Ablenkungen. Auch hier ist ein Bewusst-machen unerlässlich. Warum sind die Ablenkungen reizvoller, warum habe ich eine Abneigung zu bestimmten Fächern, warum schiebe ich Aufgaben so lange vor mir her und und und. Ein Neubewerten oder Neuorganisieren sowie eine positive Auseinandersetzung mit eventuellen Lernschwierigkeiten schaffen Ihnen Ordnung.

Öffnen/Schließen Ziele

Beruf und Karriere sind in unserer Gesellschaft ein essenzielles Mittel für das Realisieren vieler Wünsche und Bedürfnisse. Sie schaffen sich damit die Grundlage für ein bestimmtes Niveau, das Sie in der Gesellschaft und im persönlichen Umfeld einnehmen wollen. So bestimmen Ihre zu erreichenden Ziele nicht nur im Wesentlichen Ihre berufliche, sondern auch zum Teil Ihre persönliche Laufbahn.

Klären Sie für sich, welches Berufsziel Sie mit welchem Beruf erreichen wollen. Viele beginnen eine Studien- oder Ausbildungsrichtung, wollen erst einmal schauen, wie es läuft - es wird probiert, abgebrochen, neu angefangen ... Die Motivation ist völlig unklar.

Manchmal ist es nicht ganz einfach, "auf sich selbst zu schauen" und sich einzugestehen, was einen bewegt. Seien Sie ehrlich dabei, das bringt Sie weiter. Denn wenn die Bedürfnisse klar sind, ist es auch schwer, sich Ziele zu stecken. Ohne eindeutige Ziele vor Augen wird Ihr Vorhaben wahrscheinlich eher von viel Mühe, aber nicht so viel Erfolg gekrönt sein. Untersuchungen zeigen, dass Motivation und Ausbildungsverlauf eng miteinander verbunden sind. Ihre Motivation hat großen Einfluss auf den Erfolg oder Misserfolg Ihrer Ausbildung. Recherchieren Sie, welche Anforderungen der angestrebte Beruf an Sie stellt, welche Kenntnisse erforderlich sind, welche Teilgebiete noch einbezogen werden.
  • Was können Sie selber dazu beitragen, Ihre künftige Ausbildung auf interessante Weise zu gestalten?
  • Gibt es Querverbindungen zu anderen Wissensgebieten?
Finden Sie heraus, wie Sie die nötigen Verpflichtungen mit Spaß an der Sache in Einklang bringen können. Für die Ausbildungs- oder Studiengestaltung kann ein klares Berufsziel sehr motivierend sein. Allerdings ist es für manche noch sehr weit weg. So können Kurzziele die tägliche Arbeit erleichtern. Das sollten aber nicht nur fremdbestimmt die Klausuren und Prüfungen sein. Setzen Sie sich eigene Zwischenziele wie zum Beispiel schriftlich festgehaltene Zeitziele: bis zum Wochenende will ich ... erreicht haben. Anschließend mache ich dies oder das als Belohnung. Kontrollieren Sie die Einhaltung!

Öffnen/Schließen Selbstbelohnung

Klopfen Sie sich ab und zu selbst auf die Schulter, wenn es andere nicht tun. Denn nichts ist ein schönerer Motivationsschub als ein dickes Lob zur rechten Zeit.

Ein bisschen Selbstmanagement ist angesagt: Negative Gedanken demotivieren. Denken Sie lieber, das kann ich, das ist easy, das ist interessant und macht Spaß. Wenn es allein zu mühselig ist, suchen Sie die Zusammenarbeit mit anderen. So schlagen Sie mehrere Fliegen mit einer Klappe: Sie profitieren von der Teamarbeit, erfahren weitere Quellen für Ihren Lehrstoff, Ihr Bedürfnis nach Kontakt wird befriedigt. Sie können gemeinsame Erfolgserlebnisse austauschen, das wirkt ansteckend. Und wenn Sie Lernfortschritte feststellen, können Sie sich belohnen. Setzen Sie aber Belohnungen sinnvoll ein, sonst verlieren sie an Wert.

Öffnen/Schließen Hilfsmittel

Ob Sie nun allein oder in einer Lerngemeinschaft arbeiten, folgende Punkte sind dabei ganz nützlich:
  • Zeit- und Arbeitsplan mit Tages- und Wochenzielen erstellen
  • Stoff in überschaubare Portionen einteilen
  • Lernperioden einteilen: Nicht aus lauter Ängstlichkeit zu oft wiederholen, das führt zur Übersättigung. Häufige und kürzere Lernperioden festlegen, nicht bis zum Überdruss lernen. Bei Erreichen des gesteckten Ziels aufhören und sich über Freizeit freuen
  • Lernkontrollen so durchführen, dass die Aussicht auf Erfolgserlebnisse besteht (z. B. durch Abfragen lassen, Kurzreferat, Bericht oder Zusammenfassung schreiben, Test etc)
  • Zusammenhänge, Beziehungen, Querverbindungen zu anderem herstellen
  • Historische Hintergründe durch "leichte" Literatur (z. B. gut recherchierte Romane) erschließen
  • Leistungskurven nutzen: Finden Sie heraus, wann Sie am besten lernen können, wann ist Ihre Aufnahmefähigkeit und Ihr Konzentrationsvermögen am größten? Sicherlich nicht nach einem opulenten Mittagessen und auch nicht unbedingt nachts! "Man muss ins Gelingen verliebt sein, nicht ins Scheitern", so Ernst Bloch, also immer "Ich kanns" denken.